«Venezia - dolorosa e giubilant»

Sonntag, 27. September 2026, 17 Uhr

Kirche St. Stefan, Kreuzlingen-Emmishofen

Antonio Caldara

«Missa dolorosa» H-Moll

Antonio Vivaldi

«Lauda Jerusalem» RV 609

«Dixit Dominus» RV 807

Antonio Vivaldi und Arcangelo Corelli

«Concerti grossi»

Yerin Mira, Sopran
Dêsirée Mori, Alt
Nik Kevin Koch, Tenor
Sascha Litschi, Bass

Oratorienchor Kreuzlingen
Capricornus Consort Basel

Christian Bielefeldt, Leitung

Im Mittelpunkt unseres Herbstkonzerts 2026 stehen eine Messe und zwei geistliche Chorwerke venezianischer Komponisten. Das international renommierte Capricornus Consort Basel begleitet uns und ergänzt das Programm mit virtuoser venezianischer Instrumentalmusik.

Caldara und Vivaldi haben ihre Geburtsstadt gemeinsam, stehen davon abgesehen aber für zwei durchaus unterschiedliche Musiker-Lebensentwürfe der Barockzeit. Caldara (1670-1736) begann seine Karriere als Cellist an San Marco und komponierte mit knapp 20 seine ersten eigenen Werke, darunter eine erfolgreiche Oper. Nach kurzen Stationen in Mantua und Rom zog er 1706 nach Wien, wo er Vizekapellmeister der barocken Hofmusik unter Kaiser Karl VI wurde – und zu einer Schlüsselfigur für die Popularisierung italienischer Barockmusik jenseits der Alpen. Bis zu seinem Tode lebte er in der Kaiserstadt und schrieb in dieser Zeit über 70 Opern, mehrere Oratorien sowie zahlreiche geistliche Werke und führte diese mit der berühmten Hofmusikkapelle selbst auf.

Der nur unwesentlich jüngere Vivaldi (1678-1741) war dagegen zunächst Lehrer und Priester am venezianischen Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für Mädchen, für dessen musikalische Aufführungen er zahlreiche geistliche Werke komponierte – wegen seiner roten Haare nannte man ihn auch den «roten Abbé». Für die ganz grosse Karriere musste Vivaldi seine Heimatstadt verlassen, erst in Mailand und Rom gelang es ihm, sich als Komponist und Geigen-Virtuose einen Namen zu machen. Anders als der Wahl-Wiener Caldara, kehrte er 1725 aber wieder zurück und steigerte mit zahlreichen erfolgreichen Opern, die er im Teatro d’Angelo aufführte und anschliessend europaweit verbreitete, sowie der bis heute überall gespielten Instrumentalmusik noch seinen Ruhm.